CVJM Esslingen

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Die Zeit von 1914 bis 1933

Stadtpfarrer Schnaufer, Vorstand 1914 - 1923 berichtet:

  • "Der Ausbruch des Weltkrieges griff naturgemäß auch tief ins Vereinsleben ein. 51 Mitglieder der Älterenabteilung wurden sofort eingezogen. Ihnen folgte Jahrgang um Jahrgang. Im ganzen haben über 200 für längere oder kürzere Zeit den Waffenrock getragen. 41 Mitglieder des Vereins haben ihr Leben gelassen."
  • Das Jahr 1914 bringt einen doppelten personellen Wechsel: Nach neunjähriger Vorstandschaft übergibt der Stadtpfarrer Herzog das Amt dem Stadtpfarrer Schnaufer. Sekretär Flaig folgt einem Ruf des CVJM Chemnitz. An seiner Stelle übernimmt der Esslinger Eugen Spieth den 1. Sekretärsposten.
  • Neben anderen Diensten wurde im großen Saal und in anderen Räumen am 29. September 1915 ein Soldatenheim eröffnet. Die Einrichtung hat sich bewährt und wurde, obgleich der Verzicht auf den großen Saal im Laufe der Zeit für das Vereinsleben fast unertäglich wurde, bis zum Ende durchgeführt.
  • "Mai 1915: Die Mitgliederzahl des Vereins nimmt immer mehr ab, insbesondere was die Mitarbeiter betrifft."
  • "1917 konnte die wöchentliche Bibelstunde vorläufig nicht mehr abgehalten werden, einfach weil fast niemand mehr da war."
  • "War die Hauptabteilung verschwunden, so gab es doch noch ältere Mitglieder, war die Jugendabteilung und die Schülervereinigung, die Pfadfinderschaft samt der Jungschar da. Die Arbeit nahm hier ihren geordneten Fortgang."
  • 1916 taucht erstmals der Name Wildberg im Zusammenhang mit den Ferienfahrten auf:
    "(...) oder dem geliebten Wildberg, wo Herr Berner dem Verein eine gastliche Stätte bereitet hatte."
  • Die Folgen der Blockade Deutschlands durch die Gegner linderten die Freunde Berner und Spieth und ihre Mitarbeiter durch die zeitweilige Unterbringung von Kindern in neutralen Ländern.
  • Der große Plan eines Vereinshaus-Neubaus war bei Kriegsende vorerst gestorben, doch die Raumprobleme waren natürlich wieder da. 1919 wurde ein Vorschlag verwirklicht, den Zwischenraum zwischen dem eigentlichen Vereinshaus Adlerstraße 3 und dem früheren Oberamtsgefängnis durch einen saalartigen, eingeschobenen Querbau zu verbinden, um damit Platz für zusätzliche Vereinsräume und gleichzeitig für einen vereinseigenen Wirtschaftsbetrieb zu schaffen. Von nun an wurde dem gesamten Anwesen des Vereins der Name 'Lutherbau' gegeben.
  • Die Pfadfinderschaft Württembergs hatte vor Kriegsende Tausende Jungen und junge Männer gezählt. Nur wenige Trupps hatten die Revolutionstage von 1918/1919 überlebt. Der Esslinger Trupp war einer davon. Seine Geschichte ist gleichzeitig ein Stück CVJM-Geschichte. Sie wird ausführlich bis zum Verbot im Jahre 1934 bzw. 1937 in der noch erhältlichen Festschrift '75 Jahre Pfadfinder im CVJM Esslingen' erzählt.

Aus dem Vereinsleben wird noch berichtet:

  • "1925 - Mit großem Eifer und Erfolg wird im Gollenholz ein Sport- und Spielplatz angelegt. (...) Lange Jahre wurde dort vom CVJM in den Sommermonaten eine umfangreiche Waldheim-Arbeit durchgeführt. 1931 waren es 250 Kinder."
  • "1926 - Zum ersten Mal wird eine Mannschaft für den Esslinger Stadtlauf aufgestellt. Der CVJM nahm von da an regelmäßig mit gutem Erfolg teil."
  • "1930-40 - Esslinger Sportler beteiligen sich am 4. Bundesturntag des Eichenkreuz-Verbandes in Tübingen."
  • Von einer der jährlichen Osterfreizeiten in Wildberg schreibt Ernst Müßig:
    "Ostern in Wildberg! Die Zeiten im Jahr und der Ort sind seit Jahren aufs engste miteinander verknüpft. Dankbar gedenken wir allezeit der Segensströme, der Gemeinschaft miteinander durch Jesus Christus, unseren Herrn ..."