1. Christ werden (Bekehrung)
2. Der einzelne vor Gott
3. Ausrichtung unseres Lebens nach dem Maßstab der Bibel
4. Bereitschaft zum Dienst
5. Lebensbegleitung (Seelsorge)
6. Dem Heiligen Geist Raum geben
7. Der Umgang mit Geld
8. Bereitschaft zum Leben unter Leitung
9. Einheit in der Vielfalt
Unter Bekehrung verstehen wir die entschiedene Hinwendung von Menschen zu Jesus Christus: Menschen nennen Jesus Christus den Herrn ihres Lebens.
Uns ist bewusst, dass keine menschliche Leistung den Weg zu Gott eröffnet; Gott macht den Menschen vielmehr ein Geschenk: Er spricht durch Jesus Christus sein Wort der Liebe zu uns. In der Taufe findet dies z.B. seinen Ausdruck. Dem Menschen wird spürbar die Zuwendung Gottes zuteil. Durch die bewusste Hinwendung des Menschen zu Gott gibt er darauf Antwort.
Nicht gesetzliche Frömmigkeit oder Religiosität, sondern eine persönliche Beziehung zu Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist zeichnet einen Christen aus. Der Bekehrung folgt ein Wachsen im Glauben und ein Leben in der Nachfolge.
Der Ruf Gottes stellt unser ganzes Leben unter die Herrschaft und Führung unseres Herrn Jesus Christus. Im Gebet und Bibellesen leben wir unsere Beziehung zu Gott. Wir glauben, dass Gott uns durch sein Wort anspricht und antworten in Dank, Lob, Anbetung, Bitte und Fürbitte.
Wir wissen, dass auch diese Zeiten mit Gott nicht von Durststrecken verschont bleiben. Diese "Stille Zeit" ist für uns keine fromme Leistung. Vielmehr möchten wir sie als natürlichen Ausdruck unserer Gottesbeziehung leben und pflegen.
Wir verstehen die Bibel als Gottes Wort, vom Heiligen Geist inspiriert und von Menschen geschrieben (Gottes Wort im Menschenwort). Dabei benutzte Gott die Intelligenz, die Individualität, den literarischen Stil und die persönlichen Gefühle der menschlichen Verfasser.
In der Bibel begegnen wir Jesus Christus als dem end-gültigen Wort Gottes.
Die Bibel ist für uns der verbindliche Maßstab unseres Glaubens. An ihr wollen wir unser Leben ausrichten. Unsere Verkündigung und alles aktuelle Reden Gottes heute (prophetische Aspekte) sind an ihr zu überprüfen. Es gibt keine Offenbarung Gottes über die Bibel hinaus.
Wie die Schreiber der biblischen Bücher auf die Leitung des Hl. Geistes angewiesen waren, so sind auch wir es beim Lesen der Bibel. Die zentrale Mitte des Neuen Testamentes ist Jesus Christus. Von ihm aus erschließt sich uns die ganze Bibel.
Wir verstehen es als einen natürlichen Ausdruck unseres Glaubens, dass wir das, was wir empfangen, auch weitergeben. Das neutestamentliche Bild des Priestertums aller Gläubigen leitet uns. Jeder Christ hat Gaben empfangen und soll sie zum Aufbau des Leibes Christi und zur Ausbreitung des Reiches Gottes einsetzen.
Als Mitarbeiter im CVJM Esslingen wollen wir uns entsprechend unserer natürlichen und geistlichen Gaben in den verschiedenen Aufgabenfeldern des CVJM Esslingen einbringen. Das zeitliche Maß, mit dem der Einzelne sich einbringen kann, ist sehr unterschiedlich. Jeder wird selbst in der Verantwortung vor Gott und im Gespräch mit den Verantwortlichen darüber entscheiden.
Wir wollen auch bereit sein, "Tätiges Mitglied" (TM) zu werden und damit aktiv an den Entscheidungen im CVJM mitzuwirken.
Jesus möchte, dass wir nicht mehr nach eigenen Maßstäben oder den Maßstäben unserer Gesellschaft leben, sondern entsprechend dem Willen Gottes.
Durch das Angebot der Lebensbegleitung ("Seelsorge") wollen wir dem Einzelnen helfen, Gottes Absichten für sein Leben zu erkennen und diese umzusetzen. Lebensbegleitung will eine Hilfe sein, die Frucht des Glaubens zur Entfaltung zu bringen und ein Leben in der Heiligung zu führen. Indem wir unser Leben vor jemandem offen legen, erhalten wir Unterstützung und Korrektur.
In diesen Gesprächen wird die Möglichkeit geschaffen, die befreiende Wirkung der Beichte und Vergebung zu erfahren.
Neben der Lebensbegleitung bietet die Seelsorge die Möglichkeit, in Krisen einen Beistand zu erfahren, miteinander die Ursachen zu analysieren und Schritte zur Bewältigung zu gehen. Auch bei wichtigen Entscheidungen erfahren es viele als hilfreich, Fragen zur Klärung gemeinsam zu überdenken und darüber zu beten. Dabei trifft der Begleiter keine Entscheidungen sondern hat die Aufgabe zu entfalten und zu helfen. Vom Einzelnen wird die Bereitschaft erwartet, mit dem Gehörten verantwortungsbewusst umzugehen.
Als Seelsorger geeignete Personen sollten über eine gewisse Glaubens- und Lebenserfahrung verfügen und in der Nachfolge Jesu stehen. Seelsorger innerhalb der MAK werden durch die Leitung (siehe III.4) bestätigt und erfahren Begleitung und Schulung. Sie stehen mit anderen Seelsorgern in regelmäßigem Austausch über ihren Dienst und achten auf die seelsorgerliche Schweigepflicht.
Das vielfältige Zeugnis der Bibel über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes soll unter uns zur Entfaltung kommen.
a) Erfüllung im Heiligen Geist
Die Apostelgeschichte zeigt in verschiedenen Berichten (Apg. 2; 8; 10; 19), wie die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die ersten Christen (Pfingsten) und später auf Volksgruppen und Einzelne zu einer zentralen Glaubenserfahrung wurde. Heute erleben wir, wie diese ursprüngliche Erfahrung unter uns lebendig wird.
Der Heilige Geist vergewissert uns unseres Heils und zeigt uns Gott als liebenden Vater, zu dem seine Kinder "Abba" sagen können. Die Erfahrung des Heiligen Geistes bringt insofern eine neue Dynamik in das Leben der Christen, als dass sie von einer neuen Liebe zu Gott und zugleich zu den Menschen ergriffen werden. Diese Erfüllung mit dem Heiligen Geist wollen wir erwarten und empfangen. So wichtig die erste Erfahrung der Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist, bedarf sie jedoch der ständigen Erneuerung: "Werdet voll Heiligen Geistes" (Eph. 5,18-21).
b) Gaben des Heiligen Geistes
Wir wollen darauf achten, dass die Gaben des Heiligen Geistes zur Entfaltung kommen. Die Gaben des Heiligen Geistes sind "Werkzeuge" zum Aufbau der Gemeinde und zur Ausbreitung des Reiches Gottes. Sie sind nicht in erster Linie zur eigenen Erbauung gegeben, sondern zum Dienst der Christen aneinander und an der Welt. Es ist uns wichtig, einzelne Gaben nicht über zu bewerten oder andere auszuschließen. Die ganze Breite der Gaben, so wie sie der Heilige Geist zur Entfaltung bringt, soll gelebt werden.
c) Frucht des Heiligen Geistes
Immer neu gilt es darauf zu achten, dass die Frucht des Geistes (Gal. 5,22 f) in unserem Leben wachsen und reifen kann. Ohne die Frucht des Heiligen Geistes sind die Gaben wertlos (vgl. dazu 1. Kor. 13,1-3). Paulus wollte seine Charismen-Lehre in 1. Kor. 12 und 14 nicht ohne das wesentliche Mittelstück von 1. Kor. 13 - den Weg der Liebe - zur Entfaltung bringen. Die Frucht des Heiligen Geistes drückt sich in einem Leben in der Heiligung und in den von Gott gegebenen Ordnungen aus.
Als Christen sind wir uns bewusst, dass das ganze Leben ein Geschenk Gottes ist. Unsere Aufgabe ist es, unseren Besitz zu verwalten und verantwortlich damit umzugehen. So verstehen wir den biblischen Zehnten als Ausdruck der Anerkennung, dass letztlich unser ganzer Besitz Gott gehört.
Wir wollen uns nach dieser biblischen Leitlinie richten und den Zehnten in dem Bewusstsein geben, dass das Neue Testament jeden Zwang ausschließt.
Gott will uns beteiligen am Aufbau seines Reiches. Unserem Auftrag können wir auch dadurch gerecht werden, indem sich die Mitarbeiter mit ihrem Geld in den CVJM einbringen. Dabei wissen wir, dass manche Mitarbeiter sich auch in anderen Projekten finanziell engagieren.
Zu den Nöten unserer Zeit gehört ein Mangel an verantwortungsbewussten Führungskräften, womit ein gestörtes Verhältnis zu Autorität und Macht verbunden ist. Eine wichtige Aufgabe ist es, Christen in Leiterschaft einzuführen. Die Leitung ist eine Gabe zum Dienst und Aufbau des ganzen CVJM. Diese Gabe muss entdeckt und gefördert werden.
Wer nicht bereit ist zu dienen, ist als Leiter nicht geeignet. Leiter erkennt man daran, dass ihnen Menschen gerne folgen. Die Leiter sollen geliebt, ermahnt und unterstützt werden (vgl. 1. Thess. 5,12+13). Alle sollen diesen Dienst der Leitung mittragen und für die Leiter und ihre Familien beten.
Bei Leiterschaft geht es nicht um blinden Gehorsam, sondern jeder soll Verantwortung übernehmen, mitdenken und gegebenenfalls die Entscheidungen der Leiterschaft hinterfragen, aber sie auch akzeptieren, wenn es keine zwingenden Gründe dagegen gibt. Die Leitung soll in ihren Entscheidungen transparent sein.
Gott hat in seine Schöpfung eine große Vielfalt hinein gelegt. Deshalb ist es wichtig, dass diese schöpferische Vielfalt auch in Formen, Stilen und Überzeugungen unter uns möglich und gewünscht ist. Gott hat unserer Gemeinschaft einen Reichtum an Gaben, Fähigkeiten und Kreativität geschenkt, damit wir einander ergänzen und wirkungsvoller den gemeinsamen Auftrag erfüllen können.
In dieser zeitweise durchaus auch spannungsvollen Vielfalt streben wir die Einheit an und suchen die innere Übereinstimmung der Mitarbeiter. Wir wissen, dass die Einheit in Jesus Christus nicht erarbeitet werden kann, sondern Geschenk Gottes ist, um das die Gemeinschaft immer wieder bitten darf und soll. In dieser Spannung wollen wir fröhlich leben. Diese Einheit wollen wir gemeinsam suchen und bewahren.
Vielfalt hat dort ihre Grenze, wo der biblische Rahmen verlassen wird.
... lesen Sie weiter... das Leben in der Gemeinschaft